Informationen und Tipps für Auswanderer nach Brasilien

                                       






Flagge-neu-mit-.png

Heiraten in Brasilien

Viele Auswanderer haben einen brasilianischen Ehepartner, falls Sie sich auch dazu entschlossen haben, in Brasilien zu heiraten: Herzlichen Glückwunsch!

Es sind einige Dokumente mitzubringen, mit Apostille versehen und ins Portugiesische übersetzt, sowie Fristen zu beachten. Jedoch mit guter Planung ist es machbar!

In Brasilien wird die Trauung beim zuständigen Standesamt vorgenommen, dem sogenannten "Cartório". Das Cartório ist sowohl Standesamt als auch Notariat und erfüllt somit sehr umfangreiche Aufgaben.

Für die Festlegung des Heiratstermins ist zu beachten, dass man sich als deutscher Staatsbürger vor der Eheschliessung mindesten 30 Tage in Brasilien aufhalten muss. Je nach Region und Standesamt kann diese Zeit auch 45 Tage betragen. Es empfiehlt sich daher, im Catório vor Ort genau zu recherchieren, welche Regelungen dort gelten. Normalerweise wird dies das Cartório am Wohnort des Partners sein.

Im Ausnahmefall, wenn wichtige Gründe den Aufenthalt des ausländischen Partners unmöglich machen, kann auch mit Vollmacht, also in Abwesenheit geheiratet werden. Dieses Prozedere ist aber unbedingt vorher mit dem zuständigen Notar im Cartório abzusprechen. Es gibt natürlich keine Garantie, dass dieses Verfahren zur Anwendung kommt. Der Autor dieser Zeilen hatte Glück und hat genau mit dieser zugegeben ungewöhnlichen Variante in Santa Catarina geheiratet!   

Liest man Auskünfte vom Bundesverwaltungsamt und Informationen auf diversen Internetseiten, ist es immer wieder das sogenannte "Ehefähigkeitszeugnis" (für den deutschen Partner), das eine Menge Aufwand macht und die Nerven strapaziert. Ich kann hier aus eigener Erfahrung eine Vereinfachung für Ledige vorschlagen, ohne Garantie auf Erfolg: Als allererstes sollte man im zuständigen Cartório den Notar fragen, welche Dokumente er für die geplante Eheschliessung vom deutschen Partner benötigt. In meinem Fall waren dies:

  1. CPF
  2. Geburtsurkunde (Certidão de Nascimento)
  3. Bescheinigung des Familienstandes (Declaração de Estado Civil)
  4. Meldebescheinigung (Declaração de Residência)
  5. Reisepass

Diese Dokumente sollten eigentlich kein Problem darstellen. Es ist nur bei  den Dokumenten 2. bis 4. darauf zu achten, dass diese nicht älter als 6 Monate sind. Also wichtig: Erst kurz vor Beginn des Prozederes beantragen, damit man am Ende keine Probleme mit den Fristen bekommt. Diese Dokumente sind in Deutschland mit einer Apostille zu versehen (die bis August 2016 üblichen Beglaubigungen durch das brasilianische Konsulat entfallen!). Diese Dokumente sind in Brasilien von einem vereidigten und registrierten Übersetzer in Portugiesische zu übersetzen. In Deutschland gefertigte Übersetzungen werden in der Regel in Brasilien nicht anerkannt! Bitte überprüfen Sie Ihren Pass auf Gültigkeit! Wie man die CPF beantragt siehe hier.

Jetzt zu Punkt 3 (Bescheinigung des Familienstandes):

Von mir verlangte der brasilianische Notar kein "Ehefähigkeitszeugnis", sondern nur den Nachweis über den Familienstand. In meinem Fall ging mein Familienstand ganz automatisch aus meiner Meldebescheinigung hervor (dort stand "ledig"). Das reichte dem Notar! 

Da ich in Abwesenheit heiratete, legte ich schon bei meiner vorherigen Reise meinen Pass im Cartório vor und hinterlegte eine Kopie. Da ich auch die CPF schon hatte, wurden von mir noch beantragt: Die Geburtsurkunde (vom Standesamt der Geburtsstadt) und die Meldebescheinigung (von der Gemeinde des Wohnortes), aus der auch mein Familienstand hervorging. Diese Dokumente (ich mußte sie noch vom Konsulat beglaubigen lassen, jetzt gilt die Apostille!) übergab ich einem sehr kompetenten Übersetzungsbüro (in Deutschland), dieses versendete die Papiere per Express nach Brasilien an ein Partnerbüro. Dort wurden die Übersetzungen angefertigt und anschliessend direkt an das Cartório am Ort der Eheschliessung versendet. Dort prüfte der Notar die Dokumente und gab grünes Licht. Die Kosten waren überschaubar.

Für den Fall, dass das Cartório doch ein deutsches "Ehefähigkeitszeugnis" verlangen sollte, kann man dieses immer noch beantragen, aber vielleicht geht es ja auch einfacher, so wie bei mir. 

Wichtig ist parallel auch, dass die Dokumente des brasilianischen Partners vollständig vorliegen. 

Die beiden Verlobten müssen sich vor der Eheschliessung darauf einigen, welcher Güterstand vereinbart werden soll. Es gibt dafür mehrere Möglichkeiten: 

  • Separação total de Bens  (absolute Gütertrennung)
  • Separação parcial de Bens (Zugewinngemeinschaft)
  • Comunhão universal de Bens (komplett gemeinsames Vermögen)

Diese Regelung wird in die Heiratsurkunde eingetragen.

Sollen weitergehende Vereinbarungen getroffen werden, kann in Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwalt für deutsches und brasilianisches Recht ein Ehevertrag ("Acordo Pré-nupcial") abgeschlossen werden. Dieser sollte vor der Eheschliessung bzw. gleichzeitig im Cartório abgeschlossen werden, da der Abschluss eines Ehevertrages nachträglich zwar möglich aber schwierig ist.

Es ist sinnvoll, die entsprechenden Dokumente vor dem Heiratstermin per Express ins Cartório zu schicken und die Vollständigkeit und Gültigkeit vom Notar bestätigen zu lassen, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Sinn macht auch, sich über die individuellen Fristen nochmal im Cartório zu vergewissern. Nichts ist ärgerlicher, als zur Hochzeit anzureisen um dann feststellen zu müssen, dass man eine Frist verpasst hat. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit dem Notariat vor Ort gemacht! Es handelt sich um ein Cartório in einer Kleinstadt, dem Wohnort meiner Frau. Es ist "überschaubar" und macht direkten und persönlichen Kontakt möglich. Es wurde alles korrekt bearbeitet!

Schwieriger wird es, wenn man schon einmal mit einer Brasilianerin/einem Brasilianer verheiratet war (z.B. Eheschließung und Scheidung in Deutschland) und dann nochmal einen brasilianischen Staatsbürger heiraten will. Hier macht macht es Sinn, sich von einem Fachanwalt für deutsches und brasilianisches Recht beraten zu lassen. Siehe dazu auch die genauen Hinweise des Generalkonsulats in Frankfurt über den folgenden Link:

http://frankfurt.itamaraty.gov.br/de/scheidungsfragen.xml

Achtung: Eine Scheidung von einem nicht-brasilianischen Ehepartner hingegen benötigt die explizite Anerkennung in Brasilien nicht. Es muß lediglich eine "zweite Ausfertigung der Heiratsurkunde mit amtlichem Vermerk über die vorangegangenen Ehen" vorgelegt werden

Lorem ipsum dolor sit amet

Consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat. Ut wisi enim ad minim veniam, quis nostrud exerci tation ullamcorper suscipit lobortis nisl ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis autem vel eum iriure dolor in hendrerit in vulputate velit esse molestie consequat, vel illum dolore eu feugiat nulla facilisis at vero eros et accumsan et iusto odio dignissim qui blandit praesent luptatum zzril delenit augue duis dolore te feugait nulla facilisi. Nam liber tempor cum soluta nobis eleifend option congue nihil imperdiet doming id quod mazim placerat facer possim assum.

empty